Der GivingTuesday findet jedes Jahr am Dienstag nach Thanksgiving statt. Dieses Jahr am 1. Dezember 2026. Er ist ein internationaler Aktionstag, an dem Menschen spenden, sich ehrenamtlich engagieren oder auf andere Weise Gutes tun. Für gemeinnützige Organisationen bietet er eine Gelegenheit, ihre Arbeit sichtbar zu machen und Unterstützende zu aktivieren.
Doch Anfang November ist die wichtigste Fundraising-Zeit des Jahres längst vorbereitet. Spendenbriefe sind gedruckt, Newsletter geplant und viele Teams arbeiten bereits an ihren Jahresendkampagnen. Deshalb muss niemand für den GivingTuesday eine völlig neue Kampagne entwickeln. Oft reicht es, vorhandene Maßnahmen aufzugreifen oder Menschen anzusprechen, zu denen bereits eine Beziehung besteht.
1. Eine bestehende Spendenaktion zum GivingTuesday verstärken
Wer bereits eine Spendenkampagne für die Weihnachtszeit vorbereitet hat, kann den GivingTuesday als zusätzlichen Kommunikationsanlass nutzen. Das spart Zeit und sorgt dafür, dass nicht noch eine weitere Aktion entwickelt werden muss.
So geht’s: Wählen Sie ein konkretes Projekt oder ein bestehendes Spendenziel aus. Formulieren Sie einen kurzen Aufruf, der erklärt, was mit den Spenden erreicht werden soll. Bereiten Sie einen Newsletter und zwei oder drei Social-Media-Beiträge vor. Kündigen Sie die Aktion einige Tage vor dem 1. Dezember an und erinnern Sie am GivingTuesday noch einmal daran.
Zu beachten ist, dass die Botschaft nicht mit der laufenden Jahresendkampagne konkurriert. Nutzen Sie möglichst dieselbe Spendenseite und dieselben Inhalte. Prüfen Sie vorher, ob der Spendenlink funktioniert und auch auf dem Smartphone einfach zu bedienen ist.
2. Mit einem Unternehmenspartner Spenden verdoppeln
Eine Verdopplungsaktion kann zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen. Ein Unternehmen oder ein Großspender sagt zu, eingehende Spenden bis zu einem vereinbarten Betrag zu verdoppeln.
So geht’s: Fragen Sie zuerst bei einem bestehenden Unternehmenspartner oder einem bereits engagierten Großspender an. Vereinbaren Sie eine verbindliche Obergrenze und einen Zeitraum für die Verdopplung. Anschließend können Sie Ihre Unterstützenden informieren: Wer am GivingTuesday spendet, kann mit seiner Spende doppelt so viel bewirken. Nennen Sie die Bedingungen transparent. Ist die Verdopplungssumme ausgeschöpft, muss das auch in der Kommunikation deutlich werden.
Wichtig: Für die kurzfristige Umsetzung eignet sich dieses Modell vor allem dann, wenn bereits eine vertrauensvolle Beziehung zu einem möglichen Förderpartner besteht. Einen neuen Sponsor zu gewinnen und alle Vereinbarungen abzuschließen, dürfte in wenigen Wochen schwierig werden.
3. Unterstützende zu eigenen Spendenaktionen einladen
Nicht jede Spende muss unmittelbar von der Organisation eingeworben werden. Beim Peer-to-Peer-Fundraising bitten Menschen aus dem Umfeld einer Organisation ihre Freundinnen, Freunde und Bekannten um Unterstützung. Das können Ehrenamtliche, Vereinsmitglieder, Mitarbeitende oder besonders engagierte Fördernde sein.
So geht’s: Sprechen Sie zunächst drei bis fünf besonders engagierte Personen persönlich an. Bitten Sie diese, am GivingTuesday in ihrem eigenen Umfeld Spenden für ein konkretes Projekt zu sammeln. Stellen Sie dafür einen kurzen Erklärungstext, ein Bild und einen direkten Spendenlink bereit. Falls Ihre Spendenplattform persönliche Aktionsseiten unterstützt, können die Beteiligten eigene Spendenziele festlegen und ihren Fortschritt verfolgen. Ist diese technische Möglichkeit nicht vorhanden, kann auch ein gemeinsamer Spendenlink genügen.
Eine besondere Variante ist die Wohnzimmer-Spendenaktion: Unterstützende laden einige Bekannte zu sich nach Hause ein, stellen die Arbeit der Organisation vor und bitten um Spenden. Die Organisation liefert Informationen und unterstützt bei Fragen.
4. Den GivingTuesday zum Dankeschön-Tag machen
Nicht jede Aktion muss unmittelbar neue Spenden einwerben. Gerade in der Vorweihnachtszeit, in der Unterstützende viele Spendenaufrufe erhalten, kann ein persönliches Dankeschön besonders wertvoll sein.
So geht’s: Wählen Sie eine Gruppe von Unterstützenden aus, beispielsweise langjährige Spenderinnen und Spender oder Menschen, die sich in diesem Jahr besonders engagiert haben. Bereiten Sie einen kurzen Dankesbrief oder eine E-Mail vor. Berichten Sie anhand eines konkreten Beispiels, was durch deren Unterstützung möglich wurde.
Noch persönlicher wird es mit einem Telefonanruf durch den Vorstand oder die Geschäftsführung. Auch eine digitale Dankesveranstaltung lässt sich kurzfristig organisieren: In 30 Minuten können Projektverantwortliche über aktuelle Entwicklungen berichten, Fragen beantworten und sich bei den Teilnehmenden bedanken. Im Mittelpunkt steht die Wertschätzung. Falls sich daraus ein Gespräch über weitere Unterstützungsmöglichkeiten entwickelt, sollten konkrete Projekte benannt werden können.
5. Die Menschen hinter der Organisation sichtbar machen
Der GivingTuesday ist auch eine Gelegenheit für Öffentlichkeitsarbeit. Statt nur über Projekte zu berichten, können gemeinnützige Organisationen zeigen, welche Menschen ihre Arbeit möglich machen.
So geht’s: Wählen Sie zwei oder drei Ehrenamtliche, Mitarbeitende oder langjährige Unterstützende aus. Stellen Sie ihnen einfache Fragen: Warum engagieren sie sich? Was hat sie besonders bewegt? Was wünschen sie sich für die Zukunft? Aus den Antworten entstehen kurze Porträts für die Website, den Newsletter oder die sozialen Medien. Ein authentisches Foto und wenige persönliche Sätze reichen oft aus. Fragen Sie vorher nach der Zustimmung zur Veröffentlichung.
Auch lokale Medien können Interesse an solchen Geschichten haben, besonders wenn Menschen aus der Region vorgestellt werden.
6. Gemeinsam mit anderen Vereinen aktiv werden
Nicht jede Organisation verfügt über genügend Personal oder Reichweite für eine eigene GivingTuesday-Aktion. Gemeinsam mit anderen Vereinen lässt sich jedoch mehr Aufmerksamkeit erzielen.
So geht’s: Sprechen Sie zwei oder drei Organisationen aus Ihrem Ort oder Stadtteil an, mit denen Sie bereits zusammenarbeiten. Vielleicht können Sie gemeinsam einen Social-Media-Beitrag veröffentlichen, eine Pressemitteilung verschicken oder auf die unterschiedlichen Möglichkeiten des Engagements aufmerksam machen.
Wenn bereits Räume, Kontakte und Helfende vorhanden sind, ist auch eine kleine gemeinsame Veranstaltung denkbar. Für ein größeres öffentliches Event dürfte die verbleibende Vorbereitungszeit allerdings zu knapp sein. Der Vorteil solcher Kooperationen reicht über den GivingTuesday hinaus: Organisationen lernen sich besser kennen, bündeln Ressourcen und können künftig weitere Projekte gemeinsam angehen.
Kostenlose Materialien für die Umsetzung
Wer jetzt aktiv werden möchte, muss nicht bei null anfangen. GivingTuesday Deutschland stellt auf seiner Website ein kostenloses Toolkit zur Verfügung. Dazu gehören Vorlagen für Social-Media-Beiträge, Logos, Hinweise für Spendenaktionen, Materialien für die Pressearbeit und weitere Anregungen.
Das Toolkit gibt es unter https://givingtuesday.de/toolkit/.
Was ist jetzt noch realistisch?
Für die verbleibenden Wochen empfiehlt sich eine einfache Entscheidung: Welche Aktion lässt sich mit den vorhandenen Menschen, Kontakten und technischen Möglichkeiten wirklich noch umsetzen? Wer zum Beispiel keine fertige Spendenseite besitzt, sollte kurzfristig keine komplexe Online-Kampagne entwickeln wollen.
Manchmal ist ein persönlicher Dankesanruf zum GivingTuesday wirkungsvoller. Und wer bereits eine gute Jahresendkampagne vorbereitet hat, kann den Tag nutzen, um ihr zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Entscheidend ist nicht die Größe der Aktion, sondern dass sie zur Organisation passt und mit den vorhandenen Ressourcen tatsächlich umgesetzt werden kann.