Spenden sammeln, Ziele erreichen, Ergebnisse messen. So sieht der Alltag vieler Fundraiserinnen und Fundraiser aus. Doch geht es beim Fundraising wirklich nur darum, möglichst viele Mittel für die eigene Organisation zu beschaffen? Oder sollten wir grundsätzlicher darüber nachdenken, warum Menschen geben und wie aus Unterstützung langfristige Verbundenheit entsteht?
Ulrich C. Reiter plädiert für einen Perspektivwechsel. In seinem Buch „Das Fundraising-Rad – Ein neuer Blick aufs Geben und Gestalten“ hinterfragt er etablierte Fundraising-Modelle und entwickelt einen Ansatz, der Beziehungen, Menschlichkeit und Veränderungsbereitschaft in den Mittelpunkt stellt.
Fünf M für ein anderes Fundraising
Im Zentrum des Buches steht das Fundraising-Rad. Es basiert auf fünf Prinzipien: Marke, Mut, Menschlichkeit, Möglichkeitsräume und Mindshift. Sie sollen helfen, Fundraising nicht nur als Instrument zur Finanzierung gemeinnütziger Arbeit zu verstehen, sondern als Möglichkeit, Menschen zu verbinden und gemeinsam etwas zu gestalten.
Dabei dreht sich das Rad idealerweise nicht im Kreis, sondern entwickelt sich wie eine Spirale weiter. Mit jeder Umdrehung entstehen neue Perspektiven, Erfahrungen und Möglichkeiten. Fundraising wird so zu einem kontinuierlichen Lern- und Veränderungsprozess.
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Alte Fundraising-Mythen auf dem Prüfstand
Reiter nimmt auch vermeintliche Gewissheiten der Branche kritisch unter die Lupe. Beispielsweise die bekannte Spenderpyramide. Ist sie tatsächlich ein geeignetes Modell, um das Verhalten von Spenderinnen und Spendern zu erklären? Oder verstellt sie möglicherweise den Blick auf die Vielfalt menschlicher Beziehungen und Motive?
Das Buch liefert keine einfachen Patentrezepte. Stattdessen regt es mit Fragen, Praxisbeispielen und persönlichen Erfahrungen dazu an, eigene Überzeugungen zu überprüfen. Auch Irrtümer und gescheiterte Ansätze kommen zur Sprache. Denn wer Fundraising verändern will, muss bereit sein, Gewohntes infrage zu stellen.
30 Jahre Erfahrung aus der Praxis
Der Autor weiß, wovon er spricht. Ulrich C. Reiter war viele Jahre als Fundraiser bei den Seenotrettern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) tätig. In seinem Buch verbindet er Erfahrungen aus rund 30 Jahren Fundraising mit grundsätzlichen Überlegungen zum Geben und Gestalten.
Unterstützung erhält er dabei von einem der bekanntesten Vordenker des Fundraisings: Ken Burnett, Autor des Standardwerks „Relationship Fundraising“, hat das Vorwort geschrieben.
Fundraising-Rad – Kein klassischer Ratgeber
Wer Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Checklisten oder fertige Kampagnenkonzepte erwartet, wird in diesem Buch bewusst nicht fündig. „Das Fundraising-Rad“ möchte vielmehr zum Nachdenken anregen und neue Denkräume öffnen.
Damit richtet es sich sowohl an Menschen, die neu ins Fundraising einsteigen, als auch an erfahrene Praktikerinnen und Praktiker, die ihre eigene Arbeit reflektieren und weiterentwickeln wollen.
„Das Fundraising-Rad – Ein neuer Blick aufs Geben und Gestalten“ von Ulrich C. Reiter ist in der Edition Fundraising-Magazin erschienen. Das rund 160 Seiten umfassende Buch kostet 19,90 Euro.
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